SEX, RACE AND WTO

Identitäten, hört die Signale!

Nachbetrachtungen zu einer Kampagne. Von Raj Patel und Friederike Habermann aus Jungle World Nr. 11, 2000

Das Wort »Patriarchat« ging in den Protesten gegen die WTO in Seattle unter. Das gemeinsame Feindbild birgt die Versuchung, über den kleinsten gemeinsamen Nenner nicht mehr hinaus zu denken. Doch sind wirklich alle Ansätze, Kapitalismus und Patriarchat zusammenzudenken, gescheitert? Oder kann die globale Ökonomie auch als Mechanismus gesehen werden, Mann und Frau, Schwarz und Weiß immer wieder neu zu reproduzieren?

Gap heißt die in den USA derzeit hippeste Kleidungsmarke. Neben Gap sind auch Banana Republic und Old Navy in, doch diese Handelsketten gehören ebenfalls zu Gap. Gap produziert nicht selber, sondern arbeitet mit 1 200 Vertragspartnern weltweit. Eine ehemalige Arbeiterin berichtete im Lesbenzentrum von Seattle von den Arbeitsbedingungen in diesen Subunternehmen, zwei Tage vor den Protesten gegen die dritte Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO). Schichten in diesen Subunternehmen auf der Insel Saipan dauern zwölf Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, und die Arbeiterinnen schlafen in kleinen Baracken. Ähnlich sieht die Situation in Russland aus, wo die Näherinnen 20 Pfennig pro Stunde verdienen. In Hongkong werden Arbeiterinnen zu unbezahlten Überstunden gezwungen. In Honduras müssen Frauen negative Schwangerschaftstests vorweisen. In Indonesien, wo der Tageslohn bei unter einem Dollar liegt, mussten im vergangenen September 835 Arbeiterinnen erfahren, dass entlassen wird, wer versucht, eine Gewerkschaft aufzubauen.

Bleiben wir einen Augenblick bei den globalisierten Arbeits- und Lebensverhältnissen in Honduras. 1998 lag dort das Grundgehalt für Näherinnen in dem Wal-Mart-Subunternehmen Evergreen bei 43 Cents pro Stunde, das sind drei Dollar 47 Cents pro Tag. Fahrtkosten zum Arbeitsplatz 37 Cents, ein kleines Frühstück 89 Cents, ein bescheidenes warmes Essen (Reis, Maisfladen und ein Stückchen Huhn) 1Dollar und 33 Cents. Die billigste Miete für ein Zimmer in einer gefährlichen Gegend beträgt 350 Lempiras im Monat, das macht noch einmal 86 Cents pro Tag. Zusammen ergibt damit die reine Reproduktion der Arbeitskraft im engsten Sinne eine Summe, die bereits über dem Tageslohn liegt - ohne die Möglichkeit für die Arbeiterin, irgendetwas (Essen z.B.) für ihre Familie (ihre Kinder z.B.) zu kaufen. Und Kleidung ist ebenfalls noch nicht eingerechnet; ganz zu schweigen davon, dass die Arbeiterinnen sich jene Kleidung kaufen könnten, die sie 14 Stunden lang am Tag produzieren.

Parallelen zu Engels' Untersuchung zur Lage der arbeitenden Klasse in England sind nicht zufällig. Doch Engels schloss seine Untersuchung damals nicht mit einer Bemerkung, die der von der Gap-Arbeiterin entspricht: »Wir wollen, dass ihr Druck macht auf Gap. Aber wir wollen nicht, dass ihr Gap boykottiert. Die Arbeiterinnen brauchen ihren Job!«

Setzen wir wirklich wieder dabei an, dass Arbeiterinnen-Löhne nicht als Zuverdienst gelten dürfen? Nicht, dass sich bei der Lohnangleichung in den letzten hundert Jahren nicht Wesentliches getan hätte, aber muss nicht gerade die Resistenz der Verhältnisse zu Zweifeln an der Einfachheit dieser Forderung führen? Geht es um die gleiche Berechtigung aller, genügend Geld für die Reproduktion der verkauften Arbeitskraft zu erhalten?

Dringend muss dagegen angegangen werden, dass Frauen in den Maquiladoras so verschlissen werden, dass sie mit 35 Jahren keine Anstellung mehr finden. Doch besteht die Gefahr, im Einheitstaumel der Proteste gegen die WTO in Seattle die weitergehenden Kritiken zu übertönen. Das gemeinsame Feindbild WTO birgt die Versuchung, über den kleinsten gemeinsamen Nenner nicht mehr hinaus zu denken. Das Wort »Patriarchat« fiel jedenfalls auf keiner jener Frauenveranstaltungen.

Es ist wohl nicht zufällig, dass viele der in Seattle anwesenden Feministinnen aus dem Trikont kommen. Unter Feministinnen des Nordens ist Ökonomie ein unbeliebtes Thema. Ökonomie riecht nach Hauptwiderspruch. Viel schicker ist es, Identität zu diskutieren. Hier besteht ein eindeutiger Unterschied zu feministischen Bewegungen des Südens. Doch sind denn wirklich alle Ansätze, Kapitalismus und Patriarchat zusammenzudenken, gescheitert? Oder kann die globale Ökonomie auch als Mechanismus gesehen werden, Mann und Frau, Schwarz und Weiß immer wieder neu zu reproduzieren?

Auf die Frage: »Was ist die WTO?« gibt es viele Antworten. Formal wurde die WTO 1995 ins Leben gerufen, als Ergebnis der Vereinbarung von Marrakesch, mit der die Uruguray-Runde des Gatt (General Agreement on Tariffs and Trade) abgeschlossen wurde. Damit ist sie das jüngste Glied in der Dreieinigkeit mit Weltbank und Internationalem Währungsfonds. Die WTO ist eine kleine bürokratische Einrichtung mit Sitz in Genf, rund 500 MitarbeiterInnen und einem recht bescheidenen Budget. Die Web-Site der WTO beschreibt ihren Anspruch. Dort heißt es, die WTO sei »die einzige internationale Organisation, welche sich mit den globalen Regeln für den Handel zwischen den Nationen beschäftigt. Ihre Hauptfunktion liegt darin sicherzustellen, dass der Handel so reibungslos, vorhersagbar und frei fließt wie möglich.«

Dies ist aufschlussreicher, als die WTO vermutet. Der Begriff »sicherzustellen« verrät uns, wie und warum die WTO eine so wichtige Institution im späten Kapitalismus darstellt. Und es ist interessant, im Kontrast zu der älteren Einrichtung der Weltbank zu sehen, wie sich die Disziplinierungsordnungen im Kapitalismus verändert haben in den letzten 50 Jahren.

Die Weltbank wurde am Ende des Zweiten Weltkrieges in Bretton Woods ins Leben gerufen, um Europa nach dem Krieg »zu rekonstruieren und zu entwickeln«. Das Interesse der USA war dabei eindeutig - die Abwehr des Kommunismus stand weit oben auf der nationalen Tagesordnung. Nachdem die riesigen Infrastrukturprojekte durch die Weltbank in Europa erfolgreich ausgeführt und die nicht-sozialistischen europäischen Ökonomien sicher auf den Weg gebracht waren (mit der großzügigen anti-kommunistischen Hilfe des Marshall-Plans), lenkte die Weltbank ihre Aufmerksamkeit von Europa weg hin zu den jungen unabhängig gewordenen Kolonialländern.

In den westlichen Industrieländern herrschte jahrzehntelang ein fordistisch geprägtes Wohlfahrtsmodell vor, gekennzeichnet durch tayloristische Massenproduktion und durch Massenkonsum, getragen von einem Klassenkompromiss zwischen Kapital und Gewerkschaften. Dieser Klassenkompromiss beinhaltete die Unterbezahlung bzw. Nicht-Entlohnung typischer Frauenerwerbsbereiche bzw. typischer Frauentätigkeiten außerhalb der Lohnarbeit. Zugleich basierte er auf Wirtschaftsstrukturen, die einen Reichtumstransfer aus Ländern der Dritten Welt sicherstellten und damit einen erhöhten Wohlstand innerhalb der Industrieländer. In den Ländern des Trikont wurde das fordistische Modell zwar teilweise angestrebt, jedoch nie als Gesellschaftsform verwirklicht.

Je mehr sich in den Industrieländern dieser Klassenkompromiss festigte, um so mehr wurde er zu einer Schranke der Kapitalverwertung. Zugleich führten starke Produktivitätserhöhungen zu der Überwindung des tayloristischen Produktionsverhältnisses. Seit den siebziger Jahren kommt es daher zu grundlegenden Umstrukturierungen der Wirtschaftspolitik, gekennzeichnet durch Strategien der Deregulierung und Flexibilisierung - in der Regel jedoch nur dort, wo die wirtschaftliche Vormachtstellung der Industrieländer nicht gefährdet wird. Diese darum nicht als liberal, sondern als neoliberal bezeichnete Wirtschaftspolitik findet ihren stärksten Ausdruck in der WTO.

Mit den neuen Verhältnissen seit den siebziger Jahren wurde eine neue Institution benötigt - die so neu gar nicht ist. Mit der Schwächung der Gewerkschaften und dem Primat des Kapitals ähnelte das ausgehende 20. Jahrhundert dem späten 19. Jahrhundert. Vergleichbar einem spätkolonialen Regime ist die WTO die erste multilaterale neoliberale Institution, welche die Souveränität besitzt, Gesetze zu erlassen und Recht zu sprechen in Handelsstreitigkeiten zwischen Ländern des Nordens und des Südens. Sie ist die Vergegenständlichung des Mythos, nach dem alle Länder sich auf dem Weg der »Entwicklung« befinden - im letzten Jahrhundert hieß es noch »Zivilisation«.

Das Axiom, dass offener Handel zu Wachstum, Entwicklung und Wohlstand führt, ist die Grundlage, auf welcher die WTO angeblich beruht. Doch selbst im letzten Unctad-Bericht zu Handel und Entwicklung wird dies verneint, da die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes von einer Vielzahl anderer Faktoren abhängig sei. Tatsächlich ist Freihandel weder eine notwendige, geschweige denn eine hinreichende Bedingung für Wirtschaftswachstum.

Dies legt nahe, dass etwas anderes als die Sorge um den Abbau von Zöllen hinter der WTO steht. Ein Vergleich mit den Kolonialstaaten des letzten Jahrhunderts kann da durchaus hilfreich sein, um die multilateralen Institutionen im Spätkapitalismus zu verstehen. Der britische Kolonialstaat sicherte durch seine Kolonien nicht nur die Rohstoffe und Absatzmärkte für seine Manufakturindustrie, sondern verband damit zugleich die Kontrolle über das eigene Heimatland. Durch die Einführung spezieller »zivilisierter« Formen der Kontrolle in den Kolonien war dem Vereinten Königreich die Legitimierung dieser Formen auch in Großbritannien möglich. So wurde das Imperium in Übersee für die Kontrolle des Klassenkampfes zu Hause benutzt.

Das ist das aus heutiger europäischer Sicht so unangenehme Neue an der WTO: Obwohl die Weltbank mit der drastischen Beschneidung von Sozialsystemen im Süden - weit stärker als selbst Reagan oder Thatcher fähig waren, solche durchzusetzen - jahrzehntelang Erfahrungen gesammelt hat, bringt erst die WTO diese postfordistischen Verhältnisse den Menschen im Norden nah. So ist sie die erste neoliberale Institution, die Regeln für den Norden und den Süden zugleich aufstellt. Damit ist die WTO die neue Manifestierung eines alten Trends.

Aktuelle Veränderungen für die ökonomische Stellung von Frauen in Industrieländern, gekennzeichnet durch den Postfordismus, drücken sich u.a. aus in einer Erosion des Familienlohnmodells, verbunden mit einem Abbau der sozialen Sicherung und einer Zunahme von prekären Arbeitsverhältnissen, in einer Reprivatisierung der Reproduktion und nicht zuletzt in einer zunehmenden Polarisierung zwischen Frauen entlang der Trennlinien Klasse und »ethnische« Zugehörigkeit. Der Lebensentwurf der Nur-Hausfrau wird noch stärker zu einem Privileg. Gleichzeitig eröffnen sich neue Erwerbschancen für Frauen in einem Niedriglohnbereich in Form von Teilzeitarbeit, Heimarbeit etc. - den neuesten Verpackungen der alten Leichtlohngruppen. Typische Frauenberufe wie Masseurin, Friseurin oder Krankenschwester verteuern sich relativ zu Tätigkeiten im produktiven Sektor, da sie als persönliche Dienstleistungen kaum rationalisierbar sind. So fallen diese im fordistischen Wohlfahrtsstaat in die Erwerbsarbeit integrierten, aber traditionell als Frauenarbeit geltenden Bereiche wieder zurück in den privaten Reproduktionsbereich oder werden im Niedriglohnsektor angesiedelt und dort meist von (farbigen) Migrantinnen übernommen.

In ländlichen Gebieten des Trikont sind Frauen wie Männer häufig einer Verschärfung ihrer Lebensbedingungen durch verstärkten Konkurrenzdruck ausgesetzt, der durch die Marktöffnung ihrer Länder (durch Importe und durch Direktinvestitionen von multinationalen Konzernen) entsteht, gleichzeitig aber auch durch die sich oftmals verschlechternden Umwelt- und damit Produktionsbedingungen - bis hin zu einer vollständigen Vertreibung aus ihrer angestammten Umgebung. Oft ist ein Überleben durch Subsistenzwirtschaft und geringe Markteinbindung nicht mehr möglich. Von den daraus resultierenden Migrationsbewegungen sind Frauen anders als Männer betroffen. Vielfach bleiben sie mit den Kindern zurück, teilweise (zunächst) mit finanzieller Unterstützung durch den emigrierten Ehemann. Mehr und mehr sind es aber auch die Frauen selbst, welche emigrieren. Jobs als Dienstmädchen oder als Sexarbeiterinnen sind häufig die einzigen Möglichkeiten zu überleben.

In Gebieten, in denen sich eine Maquiladora-Industrie angesiedelt hat, bieten sich neue Erwerbschancen für junge ledige Frauen; dies kann individuell eine größere Selbstbestimmung bedeuten. Doch sind diese Erwerbsbereiche durch die traditionellen Merkmale typischer Frauenarbeitsplätze wie niedriger Lohn, Arbeitsmonotonie, Verhinderung gewerkschaftlicher Organisierung und ungesicherte Beschäftigungsverhältnisse gekennzeichnet. Bei zunehmenden Qualifikationsanforderungen sinken die Reallöhne weiter ab.

Trotz der Komplexität der Veränderungen wirken sich diese erneut entlang der Trennungslinien Geschlecht und »Ethnie« insbesondere hinsichtlich der Arbeits- und Einkommensverteilung unterschiedlich aus. Dies bedeutet nicht, dass alle weißen Männer oder nur weiße Männer Gewinner der Globalisierung sind. Tatsächlich kommt es zu einer zunehmenden Überlagerung von Klassen-und Geschlechterverhältnissen, von Migration und rassistischer Diskriminierung, die bestehende Gesellschaftsfragmentierungen aufheben, umschichten oder auch neu erzeugen. Die Frage bleibt jedoch, warum diese aktuellen Transformationsprozesse für Menschen unterschiedlichen Geschlechts und unterschiedlicher Hautfarben strukturell differenziert verlaufen.

Dass es dafür innerhalb der bürgerlichen Wirtschaftstheorie keine Erklärung gibt, verweist nicht nur auf die generelle Unzulänglichkeit ihres Ansatzes. Sie blendet Geschlecht, »Ethnie« etc. nicht einfach aus, sondern setzt den Idealtypus des nutzenmaximierenden weißen Mannes mit dem economic man, dem Homo oeconomicus gleich, und nimmt diesen als Ausgangspunkt aller Überlegungen. Dabei ging bereits Adam Smith (1776) implizit davon aus, dass Frauen nicht zu rationalen Entscheidungen fähig sind.

Vielfach haben in den letzten Jahren feministische Ökonominnen die männliche Besetzung der ökonomischen Grundprinzipien kritisiert. Dies geschah mit der Ausrichtung, Frauen und »Farbigen« ihre Fähigkeit zu Rationalität zuzusprechen. Dies geht jedoch von dem Homo oeconomicus als vollständigem Abbild des Menschen aus und negiert den identitätskonstruierenden Aspekt, welcher sich historisch seit dem 17. und 18. Jahrhundert als »instrumentelle Vernunft« (Horkheimer) des Bürgers herausgebildet hat. Diese Entwicklung der politischen Ökonomie im 18. Jahrhundert als integralem Bestandteil der moralischen Philosophie und der Wissenschaft vom Menschen durchlief damit einen vergleichbaren Prozess der Abspaltungen wie das bürgerliche männliche Subjekt. Eine normative Ausweitung der Zuschreibungen zum Homo oeconomicus auf abgespaltene Identitäten führt dazu, strukturell differente Prozesslinien in Transformationsphasen mit dieser Theorie nicht nur nicht erfassen zu können, sondern sie im Gegenteil damit auszublenden.

Der Homo oeconomicus als Grundlage der heutigen Wirtschaftstheorie bildet nicht nur das Stereotyp des weißen Mannes als Wirtschaftssubjekt ab, sondern es besteht ein diskursiver Zusammenhang zwischen diesem Entwurf und der Konstruktion des (Wirtschafts-) Subjektes. Als Ausschließungen damit verbunden sind die Konstruktionen der »Anderen»: der Frauen, der Farbigen.

Für die Vertreter der Kritischen Theorie, Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, war das moderne Subjekt das Ergebnis eines langwierigen historischen Prozesses, in welchem die Menschheit sich habe Furchtbares antun müssen, bis »das Selbst, der identische, zweckgerichtete, ähnliche Charakter des Menschen« geschaffen war. Nicht zufällig sprechen Adorno und Horkheimer von dem männlichen Charakter des bürgerlichen Subjektes; ähnlich Max Weber (1904) in dem von ihm beschriebenen Prozess der Entstehung »stahlharter Kaufleute« mit systematischer Selbstkontrolle.

Nach Weber bedeutet der Beruf als Arbeitsteilung den Verzicht auf die »Allseitigkeit« des Menschen. Die Tat bedinge unabwendbar die Entsagung. Indem die Askese die innerweltliche Sittlichkeit zu beherrschen begann, habe sie geholfen, jene mächtige, an die technischen und ökonomischen Voraussetzungen mechanisch-maschineller Produktion gebundene Wirtschaftsordnung zu erbauen, welche heute mit überwältigendem Zwang den Lebensstil aller einzelnen Menschen bestimme, welche in dies Triebwerk hineingeboren werden - nicht nur der direkt ökonomisch Erwerbstätigen. Daraus ergebe sich keine andere Bedürfnisbefriedigung als die irrationale der Berufserfüllung. Dementsprechend bezeichnet Weber die Vernichtung der Unbefangenheit des triebhaften Lebensgenusses sowie die Ordnung in der Lebensführung bis hin zum Charakter eines Betriebes nicht nur als dringendste Aufgabe bei der Berufserfüllung, sondern auch als die konstitutive Grundlage des Kapitalismus.

Dies korrespondiert mit dem von Marx als »Herkulesleistung« bezeichneten Prozess der Disziplinierung. Nach Karl Marx ist Arbeit entfremdete Tätigkeit, in der die eigene Tat des Menschen ihm zu einer fremden, gegenüberstehenden Macht wird, die ihn unterjocht, statt dass er sie beherrscht. Die Entfremdung entstehe durch den Fetischcharakter der Ware: Arbeit in der Warengesellschaft ist danach das gesellschaftliche Mittel, um Produkte zu erlangen, welche in keiner inneren Beziehung stehen zu der eigenen Tätigkeit. Dies mache die abstrakte Existenz des Menschen zu einer Existenz als bloßer Arbeitsmensch, aus der er daher täglich aus seinem erfüllten Nichts in das absolute Nichts, in sein gesellschaftliches und darum sein wirkliches Nichtdasein hinabstürzen könne. Als Arbeiter sind nach Marx menschliche Eigenschaften nur existent, insofern sie für das dem Menschen fremde Kapital da sind. Wie Menschen sind, fällt also zusammen mit dem Was und Wie ihrer Produktion: »Wie die Individuen ihr Leben entäußern, so sind sie.«

In ihrem Ansatz des Abspaltungstheorems verweist Roswitha Scholz (1992) auf einen Zusammenhang zwischen den Abspaltungen innerhalb der entfremdeten Arbeit in der Warengesellschaft und den Zuordnungen, welche innerhalb der Geschlechterproduktion vorgenommen werden. Wenn man dem zentralen Gedanken des Abspaltungstheorems von Scholz folgt, ist die Frau in diesem Prozess als das Gegenwesen zum abstrakten »Arbeiter« gesetzt worden. Die Warenform als solche weise eine geschlechtliche Besetzung auf: Alles, was an sinnlicher Welt des Menschen in dieser Form nicht aufgehen kann, wird als weiblicher Lebenszusammenhang von der Form und den Prozessen abstrakter Ökonomisierung der Welt abgespalten, wodurch sich die Warenform gleichzeitig als männlich besetzt erweist. Die Abspaltung ist das Andere der Warengesellschaft, ist ihr immanentes Gegenteil, d.h. das Nicht-Warenförmige in der Warengesellschaft.

Das Paradox sei gerade die Immanenz der Abspaltung, schreibt Robert Kurz. Das »weibliche« Nicht-Warenförmige in der Warengesellschaft verstecke sich durch seine gesellschaftliche Formlosigkeit. Dies sei im Detail an den sozialen Beziehungen in ihrer geschlechtlichen Dimension nachzuweisen. So seien die bürgerliche Familie oder die Geschlechtsbeziehung keine nicht-warenförmigen sozialen Räume, welche außerhalb und unabhängig von der Warengesellschaft existierten, da auch hier die Zuweisungen an die Geschlechter funktionierten. Da weibliche Tätigkeiten im Verborgenen zu erfolgen haben und in untergeordneter Position zu erbringen sind, sei die wertförmige Fetisch-Konstitution schon an ihrer Basis geschlechtlich bestimmt.

Der weibliche Lebenszusammenhang sei in seiner Abgespaltenheit genauso entfremdetes Moment der warenproduzierenden Deformations- und Destruktionsgeschichte wie »Arbeit« im Binnenraum der Ware. Nicht das Abgespaltene als solches sei also zu mobilisieren (dies wäre die Logik der »Differenz«), noch die Abspaltung bloß aufzulösen in einer Vermännlichung und Abstraktifizierung der Frau zu einem ebensolchen Warenwesen (dies sei die Logik der »Gleichheit«), sondern die Abspaltung selbst müsse zusammen mit der männlich besetzten Warenform aufgehoben werden.

Hier ist die Analyse von Moishe Postone hilfreich. Postone beschreibt in seinem Buch »Time, Labor, and Social Domination« (1993) als Grundwiderspruch des Kapitalismus den entfremdeten Arbeitsprozess - und damit die entfremdete Gesellschaft, wie sie besteht - und das, was möglich wäre als Arbeits- und Gesellschaftsform. Nach ihm ist in der Marxschen Analyse die Herrschaftsform, welche den Kapitalismus charakterisiert, weniger bedingt durch das Privateigentum, durch den Besitz an Produktionsmitteln und die Aneignung von Mehrwert, sondern sie basiert auf der Wertform des Reichtums, einer Form von gesellschaftlichem Reichtum, welche der lebendigen Arbeit als strukturell entfremdete und beherrschende Macht gegenübertritt.

Erst wenn der Wert aufgehoben sei und das produktive Potenzial, welches unter dem Kapitalismus entwickelt wurde, nun umgekehrt genutzt würde, um Menschen von dem Fluch entfremdeter Arbeitstrukturen zu befreien, würde die Abtrennung des beschränkten und verarmten Individuums aufgehoben. So würde aus dem »reinen Arbeiter« das »gesellschaftliche Individuum«.

Demnach bedeutet Herrschaft im Kapitalismus nicht die Herrschaft von Menschen über Menschen, sondern die Herrschaft über Menschen durch abstrakte gesellschaftliche Strukturen, welche von Menschen selber geschaffen werden. Diese Interpretation von Marx beinhaltet auch eine sozio-historische Theorie von Subjektivität. Auf dieser Basis könne ein Ansatz zu der Weberschen Problematik von Moderne und Rationalisierung, der Durchrationalisierung aller Sphären des sozialen Lebens, entwickelt werden. Marx' Theorie der Konstitution der sozialen Strukturen und geschichtlichen Dynamik moderner Gesellschaft durch historisch bestimmte Formen der Praxis könne gelesen werden als Theorie jener Art, wie sie Pierre Bourdieu vorgeschlagen hat - d.h. als eine Theorie der gegenseitigen konstitutiven Beziehung zwischen gesellschaftlicher Struktur und alltäglichen Formen von Handeln und Denken. In dieser Lesart ist die Analyse des dynamischen Charakters des Kapitalismus gleichzeitig potenziell eine Analyse der historischen Transformation von Subjektivität.

In der Woche nach Seattle titelte The Economist mit einem anonymen, schönen jungen Mädchen aus Südasien: »Die wahre Verliererin von Seattle«. Im Blatt fand sich ein langer leidenschaftlicher Artikel für die Vorteile von Freihandel. Handel bringe Wachstum, Wachstum bringe Entwicklung, und Entwicklung mache kleine arme hübsche Mädchen glücklich - wer könnte dagegen etwas sagen?

»Die Säure, mit der wir in meiner Abteilung arbeiten, enthält Fluoride. Das ist eine sehr heftige Chemikalie, und es kann zu Schädigungen während der Schwangerschaft kommen. Einer Frau ist das Baby gestorben. Es wurde mit einer kaputten Lunge geboren. Der Doktor wurde gerufen. Er kam zu spät, doch er sagte, es komme daher. Für uns ist es ja schon fast Folter, tief einzuatmen. Die Frauen mit hellerer Haut können sicher sein, dass sie unsere Arbeit nicht mitmachen müssen. Es heißt, dass weiße Haut zu wenig Schutz böte gegen die Säure. Sie sei empfindsamer. Deshalb nehmen sie Frauen mit heller Haut dort auch heraus, damit sie stattdessen die Linsen verpacken und verschicken können. Ich bin dunkler, doch als Inspektorin bin ich der Säure nicht ganz so ausgesetzt. Aber auch mir schwellen die Hände an - sie schwellen an und werden tief rot. Und sie machen dich sehr hässlich. Auch tut es dir weh, wenn du zu Hause mit kaltem Wasser arbeiten musst. Das lässt sich natürlich nicht vermeiden, und dann fühlst du deine Hände! Die Arbeiterinnen haben noch mehr damit zu tun. Und erst in der Männerabteilung: Die gehen mit dieser Chemikalie um, als sei sie Wasser.«

Die Maquiladora-Arbeiterin Vianey Mijangos Diaz aus Tijuana in Mexiko war nicht in Seattle - Kapital mit der Vorsilbe »Human-« hat es in Zeiten des Freihandels schwer, Grenzen zu passieren, und obwohl Vianey in Tijuana, der mexikanischen Stadt mit der Mauer zu den USA, geboren worden ist, hat sie diese noch nie überquert. Stattdessen erzählte Carmen Valadez vom Casa de la Mujer, einer unabhängigen Frauengewerkschaft aus Tijuana. Arbeiterinnen in Maquiladoras sind sexueller Belästigung durch männliche Vorgesetzte, der Unterwerfung unter Körperinspizierungen und der Kontrolle ihrer Menstruation ausgesetzt, da bei Schwangerschaft die Entlassung droht.

Schönheitswettbewerbe sind gang und gäbe in diesen Unternehmen, und dass die äußere Erscheinung bei der Jobsuche hilft, ist schon fast überflüssig zu erwähnen. Frauen erhalten 50 bis 70 Prozent der Gehälter von Männern, und Menschen mit dunklerer Haut bekommen die ungesünderen Jobs. Kurz: Arbeitsmarkt-Segmentierung entlang von Geschlechts- und »ethnischen« Trennlinien wird in der Globalisierung vermutlich sogar verstärkt. Wie sich Klasse verkörpert, wird in der Schilderung von Vianey Mijangos Diaz und in ihrer entstellten Gesichtshaut deutlich. Im Norden findet sich diese Segmentierung durch Teilzeitarbeit, Heimarbeit und illegalisierten MigrantInnenjobs. Sex, race und class werden also auch hier tagtäglich reproduziert.

Der Widerstand in Seattle war ein überwiegend weißer Widerstand. Zum einen hatte die Clinton-Administration vielen potenziellen Protestierenden aus dem Süden von vornherein die Einreise verweigert. So kam es, dass eine interkontinentale Protest-Karawane von New York nach Seattle nur halb so groß wurde wie geplant. Zum anderen verweist es aber auch auf die innere Spaltung des Widerstands in »Ethnien« - vor allem in den USA, aber auch weltweit.

Doch tut sich einiges im internationalen Widerstand. Der feministische Gehalt der zapatistischen Revolution ist vermutlich überschätzt, doch unabhängig davon, wie emanzipiert die Guerilla in Chiapas sich untereinander verhält, so hat doch zumindest ihr Ruf dazu geführt, dass antipatriarchale Grundprinzipien im internationalistischen Diskurs verankert geworden sind.

Beispielsweise werden sich noch in diesem Jahr Menschen aus aller Welt in Chiapas für ein Seminar unter dem Motto »Nicht Mann, nicht Frau, sondern das Gegenteil« zusammenfinden. Auch Peoples' Global Action, eine aus der zapatistischen Idee heraus entstandene Vernetzung von Basisbewegungen aus allen Kontinenten »gegen `Frei'handel und die WTO« hat auf ihrer zweiten Konferenz ihre vier Grundprinzipien um ein fünftes erweitert, in dem Patriarchat und Rassismus noch einmal verdammt und die Menschen in ihrer Vielfältigkeit gewürdigt und gefeiert werden.

Nicht zuletzt geht es einfach darum, voneinander zu lernen und Ideen auszutauschen. So boten die Maquiladoraarbeiterinnen im Gender-Forum während der PGA-Konferenz eine komplexe und differenzierte Theorie ihrer Ausbeutung durch multinationale Konzerne. AktivistInnen aus dem Norden ergänzten dies mit dem Hinterfragen der Geschlechtsidentitäten - zugegeben, es muss auch viel Verständnislosigkeit im Dialog überwunden werden. Etwas weniger Essenzialismus im Süden und etwas mehr Materialismus im Norden könnte spannend werden.

Peoples' Global Action lehnen Lobby-Politik ab und fordern direkte Aktionen als Formen des Widerstandes. Auch dafür steht Seattle: nicht mehr die NGOs als demokratisches Feigenblatt im globalen Spiel der Kräfte zu akzeptieren. Lobbying geht von den daran beteiligten Individuen als gegeben aus: Du in deinen besten Sachen wartest mit einem Stapel Papier beladen darauf, dass sich das noch wesentlich perfekter gekleidete umworbene Subjekt durch die Eingangshalle (lobby) bewegt und sich mit Vernunftsgründen, Geld und Schmeicheleien überzeugen lässt, es sei es wert, dir zuzuhören. Im Widerstand ist dagegen das darin implizierte (Macht-)Verhältnis zwischen dir und dem anderen wesentlich offener. Während der Lobbyist dieses Machtverhältnis als gegeben reproduziert und beide Subjekte als positioniert voraussetzt, wird beim Widerstand dieses Machtverhältnis selbst angegriffen. Doch nicht nur das Verhältnis wird transformiert, sondern auch die Personen werden es: Widerstand positioniert und rekonstruiert die Subjekte neu.

In diesem Sinne ist es weniger entscheidend, ob der Widerstand im letzten November in Seattle der WTO gegolten hat oder dem Internationalen Währungsfond in Prag im September diesen Jahres gelten wird. Er muss nicht einmal vor den Absperrungen der Konferenzgebäude geschehen, es kann jederzeit und überall beginnen.

Selbstverständlich gibt es aus der entfremdeten Welt des Kapitalismus kein Entkommen, und es gibt auch nicht das heile Leben in der Subsistenz-Oase. Aber was passiert, wenn wir unsere Subjektpositionierung als KonsumentInnen oder ArbeitskraftverkäuferInnen ebenso als konstruiert erkennen wie sex und race? Wenn unsere interaktiven Konstruktions- und Selbstkonstruktionsprozesse sex und race konstruieren, gibt es dann - auf der Ebene von Alltagswissen und Alltagshandeln - auch ein doing capitalism?

Konstruktion von Wirklichkeit meint nicht, dass sie sich ständig verändert oder veränderbar ist, doch dass die als stabil erscheinende Realität nicht gegeben ist, sondern aktiv (re-)produziert wird. Wird auch der Kapitalismus von uns täglich wieder aufs Neue hervorgebracht? Dann aber müsste es auch möglich sein, sich ihm que(e)r zu stellen. Wie? In der parodistischen Wiederholung der Identität des Homo oeconomicus, wie Butler es für die Geschlechter vorgeschlagen hat?

So wie Foucault gezeigt hat, dass es keinen Ort außerhalb der Macht gibt, gibt es auch keinen Ort außerhalb des Kapitalismus, sondern nur eine kritische Analyse desselben. Antworten auf diese Fragen gibt es noch nicht, doch nach solchen zu suchen, ist in Vernetzungen wie Peoples' Global Action am spannendsten. Nicht zufällig sind es Bewegungen aus dem Süden, darunter zahlreiche indigene, aber auch anders ethnisch begründete wie Schwarze in Lateinamerika, welche hier ihren Widerstand verbinden. Mit Bewegungen aus 70 Ländern und weitaus mehr Kulturen ist ihr Repertoire an bereits existenten Praktiken als Alternativen zur hegemoniellen gesellschaftlichen Ordnung groß. Hier wird sich nicht die Lösung finden, aber vielleicht der Beginn eines Weges.

Slavoj Zizek fragte kürzlich in der Süddeutschen Zeitung: »Warum lieben wir es alle, Haider zu hassen? und warnte davor, im allgemeinen »Wir gegen sie« von radikalen politischen Projekten abzulassen und Kapitalismus als Spielregel zu akzeptieren. Gerade in Zeiten von Kapitalismus-Ressentiments müssten Linke das Terrain jenseits der Alternative zwischen Coca Cola und Pepsi besetzen. Und dem Kapitalismus muss mehr entgegen gesetzt werden als höhere Lohnforderungen.

Doch während Anfang Februar auch die zehnte Konferenz von Unctad in Bangkok von buntem Protest, Tränengas und Sahnetorten begleitet wurde, verkündete Rubens Ricupero, Generalsekretär jener als Interessensvertretung der Entwicklungsländer in den siebziger Jahren gegründeten Organisation, nachdem er noch gerade zuvor auf die politische Konstruktion der Wirtschaftsordnung hingewiesen hatte, eben dieses: von radikalen Wirtschaftspolitiken aller Art sei abzusehen; das Einverständnis, dass die Politik der WTO abzulehnen sei, ging einher mit dem Aufruf, die Trennung zwischen Links und Rechts aufzuheben.

Dies korrespondiert damit, dass die Neue Weltwirtschaftsordnung in ihren rein liberalen Aspekten, wie sie sich im Entwurf zum Multilateralen Investitionsabkommen am deutlichsten zeigten, auch von den Staaten im Norden skeptisch beäugt wird. Sie versagte weniger in sich selber als dort, wo ihre Lobby-Institutionen vom Norden beschwichtigt wurden. Hier geht es um Interessenswahrung - auch gegenüber internationalen Konzernen. Bei Hungerlöhnen den Widerstand zu beginnen, ist daher zwar notwendig, ihn bei dem Kampf gegen Hungerlöhne zu belassen, ist jedoch alles andere als hinreichend. Es könnte auf den Dritten Weg eines William Clinton führen, welcher den Demonstrierenden sein Verständnis ausdrückte.

Seattle hat - wie Vietnam - einen Ort von einer geografischen Bezeichnung in einen Moment der Geschichte verwandelt. Nun gibt es ein »nach Seattle«. Seattle bot die Möglichkeit für Begegnungen von Kämpfen und Identitäten. Sogar US-Gewerkschaften demonstrierten ihre Offenheit gegenüber anderen Bewegungen, als sie Native Americans ihren Protestmarsch anführen ließen. Innerhalb der Gewerkschaften tut sich hier jedoch sicherlich ein breites Spektrum auf. Während beispielsweise Jimmy Hoffa, der Vorsitzende der einflussreichen Teamsters Union, der Gewerkschaft der Lastwagenfahrer, nach Protektionismus rief, blieb den ausgesperrten Stahlarbeitern des Unternehmens Kaiser eine solche Forderung im Hals stecken, nachdem sie auf ihrem Streikposten von Menschen aus Pakistan, Panama und Israel besucht worden waren.

So marschierten Zehntausende miteinander, die aus allen Teilen der USA und allen Teilen der Welt zum gemeinsamen Protest zusammengefunden hatten. In Seattle tauschten sie Flugblätter und E-Mail-Adressen, und demonstrierten der Welt und sich gegenseitig, dass es sie gibt. Ob dies über Seattle hinaus reicht, wird sich erweisen müssen. Damit dies nicht im »We are one, we are one»-Rufen endet, sondern in der Solidarität von Vielfältigkeit, sollten sich auch die DekonstruktivistInnen aller Länder vereinigen, anstatt den globalen Widerstand am Schreibtisch zu verschlafen.

Anlässe gibt es genug: Protestiert wird, wenn sich im April der IWF in Washington trifft und wenn sich die Nato im Mai in Florence zusammensetzt. Der nächste Global Action Day fällt auf den 1. Mai 2000, und der danach wird stattfinden anlässlich der Jahrestagung des IWF in Prag im September. Ein zweites Seattle dürfe es nicht geben, hatte Tony Blair auf dem World Economic Forum Anfang dieses Jahres in Davos verkündet, und geraten, das nächste Mal eine bessere PR-Kampagne durchzuführen.

Mal schauen, ob das was nützt.