ANTIFA aktuell

Antifa Demo nach Brandanschlägen Bremen-Blumenthal 11.5.
Zum 11.5. riefen mehrere Antif/AntiRa Initiativen zu einer Demonstration vor dem Hintergrund zweier Brandanschläge, die in der Nacht vom 26.04. auf den 27.04. auf von MigrantInnen bewohnte Häuser verübt wurden, auf. Bei den Bränden mussten 8 Personen mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus gebracht werden, ungefähr 20 Menschen stehen wegen des Brandes in ihren Wohnungen vor dem Nichts. Der oder die TäterInnen sind bis heute nicht bekannt. Dass es aber ein rassistisch motivierter Anschlag war, ist in der Region Bremen-Nord mehr als wahrscheinlich. Denn: Die Neonazi-Szene in der Region Bremen hat sich in den letzten Jahren immer stärker formiert, die sträksten Kräfte sind dabei die NPD, sowie die „Kameradschaft Breme-Nord". Zuletzt machte die Bremen-Norder Naziszene am 20.04. anlässlich des Hitler-Geburtstages auf sich aufmerksam. Auf dem Gelände einer KZ-Gedenkstätte feierten 30 Nazis bis in den späten Abend, nicht unweit der Straße, wo sechs Tage später die Häuser angezündet wurden. Am Samstagmorgen dem 11.5. traffen sich um 11.00 Uhr ungefähr 150 Leute auf dem Marktplatz in Blumenthal, darunter viele Jugendliche und Familien aus den betroffenen Häusern. Nach einer kurzen Auftaktrede zur Situation in Bremen-Nord und im Umland wurde eine Spontan-Demonstration angemeldet. Der Demozug bewegte sich durch Blumenthal bis zur Gedenkstätte „Bahrs Plate", wo ein Vertreter der VVN/BdA Bremen einen Redebeitrag zur Geschichte der Zwangs- arbeiterInnen im Nationalsozialismus in Blumenthal hielt. Danach ging es in die Rudolf-Breitscheid-Str., wo in der Hausnummer 2 der bekannte Faschist Andre Heeren geoutet wurde. Zum Schluß ging es zum Marktplatz zurück, wo sich nach einem abschließenden Redebeitrag der antifaschistischen und antirassistischen Initiative „kick it!" die Demonstration auflöste.

Angriff auf Jugend-Zentrum „Bunte Kuh" Berlin Weißensee 13.5.
Gegen 2 Uhr nachts drang eine 10köpfige Gruppe Faschos in den Vorraum des alternativen Jugendzentrums „Bunte Kuh" ein. Dabei bewarfen sie die Jugendlichen unter anderem mit einem Fahrrad. Die Cops trafen 5 Minuten später ein. Eine halbe Stunde nachdem die Beamten den Vorfall aufgenommen hatten und keine Verdächtigen im Umkreis ausmachen konnten, stürmten die Nazis erneut den Club. Sie attackierten die Jugendlichen mit Steinen und einem Feuerlöscher, wobei 2 Fensterscheiben zerstört wurden. Einige der Jugendlichen verteidigten sich mit Flaschen und Pfefferspray. Der rechte Mob verschwand auch dieses Mal vor dem Eintreffen der Bullen, flüchtete in Richtung Weißer See und blieb unauffindbar.

Nazi bei Ausländerbehörde Hannover 14.5
„Unerschütterliche Treue zum arischen Volke und zum großgermanischen Reich" das soll ein städtischer Angestellter geschworen haben. In einer eidesstattlichen Versicherung erklärt ein Zeuge, dass sich der Mitarbeiter der Ausländerstelle „mindestens bis 1995 an gewalttätigen Übergriffen gegen Ausländer und politisch Andersdenkende beteiligt" habe. Der Zeuge stieg 1999 aus der braunen Szene aus. Er sei geläutert und wolle auspacken, sagte er. Darum wandte sich der Mann an den VVN , gegenüber dessen Geschäftsführer Klaus Habart beschuldigte der Aussteiger den Mitarbeiter der Stadt. Mit ihm so berichtete er habe er 1997 am NPD-Aufmarsch gegen die Wehrmachtsausstellung in München teilgenommen. Der städtische Angestellte, bei den Neonazis unter dem Decknamen „Rochen" bekannt, habe sich außerdem 1992 an Krawallen in Rostock-Lichtenhagen beteiligt. Offenbar fiel „Rochen" dabei weder Polizei noch Verfassungsschutz auf. Den Sicherheitsbehörden liegen keine Erkenntnisse über ihn vor. VVN-Geschäftsführer Klaus Habart überzeugte den Aussteiger, sich an einen Anwalt zu wenden und eine eidesstattliche Versicherung abzugeben. Diese fand Stadtkämmerer Stephan Weil (zugleich Rechts- und Ordnungsdezernent und damit zuständig für die Ausländerstelle) in seiner Post. Nach Gesprächen mit dem VVN und dem Aussteiger reagierte er, Stunden später kam es zu einer Anhörung. Über den Inhalt machte Weil keine Angaben. Er zog allerdings Konsequenzen, Rochen, dessen Namen uns leider nicht bekannt ist wurde versetzt . Als Mitarbeiter des Ordnungsamtes hatte der Mann Zugriff auf das Einwohnermelderegister. Auf die Frage, ob er möglicherweise sensible Daten missbrauchte, bekam mensch keine Antwort. Auch nicht darauf, ob dem Sachbearbeiter weitere personalrechtliche Konsequenzen drohen.

Brand in Asylbewerberunterkunft Freiburg 18.5.
Viele Rauchvergiftungen, leichtere Verletzungen und einen relativ hohen Sachschaden verursachte ein Brand in der Unterkunft für Flüchtlinge in Freiburg. Gegen 3.00 morgens in der Nacht zum 17.5. brannte es in dem Haus `C' des städtischen Lagers am Rande der Stadt. Es wird als staatliche Sammelunterkunft im Bereich des Regierungspräsidiums Freiburg genutzt. Der Brand verursachte eine Panik in dem Lager. Nur über die Fenster konnten sich ca. 30 BewohnerInnen retten, da der einzige Ausgang durch das Feuer blockiert war. Einige der BewohnerInnen mussten mit Rauchvergiftungen und Sprungverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. In der Unterkunft lebten ca. 200 Personen (Stand Febr. 2002) aus vielen verschiedenen Ländern. Kein Wunder ist, dass die Polizei in ihren Ermittlungen von einem absichtlich gelegten Feuer ausgeht. Nur konnte sie bislang nicht erklären, welches die Hintergründe der Tat sein können. Zwei Tage Später musste dann allerdings doch eingetanden werden, dass die TäterInnen wahrscheinlcih aus dem „Rechtsextremen Umfeld" kämen.

Bush-Besuch überschattet friedliche Demonstration in Berlin 21.-23.5.
Dienstag:
Am Nachmittag demonstrierten nach Angaben der VeranstalterInnen 70.000 Menschen unter anderem unter dem Motto „Wir wollen ihre Kriege nicht, Herr Präsident..." und „für einen gerechten Frieden, der den Menschen in aller Welt gleiche Rechte und Chancen garantiert". Diese Demo verlief quasi komplett friedlich und dauerte nur knapp 45 Mintuen, da die Strecke zum Kundgebungsort extrem kurz war.
Mittwoch:
Ein bunter Hochzeitsmarsch zog von Friedrichshain bis Mitte und traf dort auf eine „prokapitalistische Jubeldemo" Zusammen mit einer Demo von der Achse des Friedens waren es hier tausende Menschen, die gegen den Krieg auf die Strasse gingen. Gleichzeitig besetzten AktivistInnen das Foyer des SFB (Sender Freies Berlin). Am Abend zogen in Berlin mehrere tausend Menschen „bush-trommelnd" durch Mitte. Vor dem Berliner Dom begann eine Friedenskundgebung, ab 19 Uhr demonstrierten wieder 10.000e Menschen zwischen der roten Zone und dem Alexanderplatz. Die auf der Demo transportierten Aussagen waren radikaler als die am Dienstag, der Altersdurchschnitt der Teilnehmenden jünger. Wieder waren viele fantasievolle Aktionen, Verkleidungen und Transparente zu sehen. Es gab mehrere Verhaftungen wegen Bagatelldelikten, als der Demozug den Schlossplatz erreichte, wo später die Abschlusskundgebung stattfand. Das gesamte Areal zwischen Friedrichstrasse und Schlossplatz war bereits von Polizei in Bürgerkriegsmontur abgesperrt - fast alle S- und U-Bahnhöfe in Mitte geschlossen. An den Bullenketten am Rande der Demonstration gab es immer wieder kleinere Auseinandersetzungen. Trotzdem blieb es weitgehend friedlich, aber unübersichtlich. So war nicht für alle erkennbar, dass die Demo offiziell aufgelöst worden war. Die Menge entfernte sich nicht sofort vom Schlossplatz, es wurde weitergetrommelt ... die Polizei versuchte, die Menge zu räumen, und ging dabei sehr konfus vor. So flogen Flaschen und Eier gegen Bullenketten, die die Menschen von einer Seite des Platzes auf die andere getrieben hatten. Mehrmals stürmten Polizeitrupps in die Menge, wobei extrem brutal und wahllos auf alle, die nicht schnell genug wegrannten, eingeprügelt wurde. Es gab zahlreiche Verletzte seitens der DemonstrantInnen und ca. 100 Verhaftungen.
Donnerstag:
Ab 13 Uhr sammelten sich mehrere Hundert Leute zu einer Reclaim-The Streets Party auf dem Alexanderplatz, versuchten in unterschiedlichen Richtungen, den Platz zu verlassen und wurden von der Ordnungsmacht jeweils gehindert. Der Versuch, mit der S-Bahn Richtung Rote Zone zu fahren, scheiterte zwar, führte aber zu beachtlichem Chaos, da sowohl die S-Bahnen als auch die benachbarten Züge der Fernbahn nicht mehr fuhren und sich beträchtlich stauten. Die RTS hielt dann noch eine kleine Kundgebung ab und bewegte sich noch einige Zeit weiter, immer wieder durch kleinere Auseinandersetzungen mit den Bullen unterbrochen. Um16 Uhr startete die Demo der Cowgirls und -boys im Volkspark Weinbergsweg. Die zog mit etwa 3.000 Leuten auf der vorgesehenen Route durch Mitte bis zur Humboldt-Uni, wo gegen 18:30 die Abschlußkundgebung stattfand. Außerdem fand noch um 19.00 Uhr bei verregneten Wetter eine zweite RTS, mit ca. 500 TeilnehmerInnen statt, welche aber nach einiger Zeit von den Bullen wieder zerstreut wurde. Dies war nur ein grober Überblick über die größeren Aktionen um den gemeinen Bush-Besuch, es gab unzählige weitere Aktionen, die zum Teil sehr phantasievoll waren, wie z.B.: Strassentheater oder eine Rename the Street Party, zum Teil aber auch die üblichen Erwartungen erfüllten (eingeschmissene Scheiben, Straßenblokaden etc.). Alle diese hier aufzuzählen, wäre nicht nur viel zu anstrengend, sondern würde auch den Rahmen dieser Seite sprengen.

Angriff auf Jugendzentrum Landau 25.05.
Ein friedliches Konzert für ein selbstverwaltetes Jugendzentrum im „Juz-Kandel" wurde gegen 00:10 Uhr von 30-40 bewaffneten Neonazis, die sich auf dem kandler Maimarkt zusammengerottet hatten, attackiert. Mehrere Jugendliche Konzertbesucher erlitten Verletzungen und Platzwunden durch Schläge, Tritte und Flaschenwürfe. Da die verständigten Bullen natürlich viel zu spät eintrafen war es dem entschlossenem Entgegentreten einiger KonzertbesucherInnen zu verdanken das schlimmeres verhindert wurde. In Kandel und Umgebung bilden sich immer mehr Gruppierungen militanter Faschisten, wie den „Nationalen Widerstand" und die JN, so dass es ist bereits wiederholt zu Angriffen auf Ausländer und Jugendliche die ihre Menschenverachtende Meinung nicht teilen gekommen.