BAMBULE geräumt!

Nach der Bambule Soli-Demo aus dem Karo- ins Univiertel gab das Bezirksamt Hamburg-Mitte eine Pressekonferenz in der es sich selbst und seine „Leistungen" bei der Räumung des Bauwagenplatzes Bambule lobte. „Es ist der Stärke von Polizei und Bezirksamt zu verdanken, dass alles so glatt gelaufen ist", so Bezirksamtsleiter Schreiber.
Währenddessen befindet sich das Karoviertel noch immer im Belagerungszustand. Insgesamt 10 Hundertschaften Polizei aus Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen waren und sind im Einsatz.
„Gewaltfrei, Streitlos und ohne Bambule sind die Personen des Wagenplatzes abgezogen", fasst Schreiber die Situation nach der Räumung aus Sicht des Bezirksamtes zusammen. Ausserdem lobte er die Polizei, die ja mit 10 Hundertschaften, 9 Wasserwerfern, 3 Räumpanzern und diversen anderen Spezialfahrzeugen nicht gerade unterrepräsentiert war. 2 Hundertschaften waren allein in der Nacht auf Montag unterwegs. Trotzdem konnten sie die Aktion von 15 Aktivisten nicht verhindern, die das Einkaufszentrum „Mercado" in Altona angriffen, Scheiben einschlugen und verschiedene Parolen sprühten. Ausserdem waren große Teile der berüchtigten zivilen P-Schicht im Einsatz, von der Polizeisprecher Fallak natürlich nichts erwähnte. Der Bambule war am 3. November ein 500 m² „großes" Haus in der sehr zentralen Lage in Bahrenfeld angeboten worden. Dieses Angebot lehnten die Bewohner des Platzes dankend ab. „Wir leben und arbeiten im Karoviertel. Hier haben wir unsere sozialen Kontakte. Wir möchten im Karoviertel wohnen bleiben." so die Erklärung der Bambule-Nutzer.
Im Vorfeld hatte das Bezirksamt einzelnen Bewohnenrn Sozialwohnungen der Saga angeboten „die jetzt natürlich wieder auf dem Markt sind". Nach der Räumung der Bambule meldete der Asta der Uni-Hamburg eine spontane Kundgebung für „Alternativen Lebensraum" an. Die Kundgebung war auf dem Campus der Uni geplant. Das verhinderte allerdings die Polizei mit Unterstützung des Uni-Kanzlers. „Der Campus ist kein rechtsfreier Raum" tönte er und kassierte sofort eine Antwort des Asta-Sprecchers, der verlauten liess, dass eine Demonstration schließlich Recht eines jeden sei. Die Polizei liess jedoch keinen Millimeter Verhandlungsspielraum, bis einer der Anwälte der Bambule auftauchte und schließlich einen Kompromiss aushandelte: Unterbringung der Wagen für eine Nacht auf einem entfernten Gelände in Harburg.Die Demonstration löste sich schließlich auf.
Trotz der Räumung der Bambule sieht Bezirksamtsleiter Schreiber das „bunte im Viertel für nicht gefährdet", meint aber andererseits dass der „soziale Brennpunkt St.Pauli" einen Bauwagenplatz wie die Bambule „nicht mehr vertragen würde". Der Einsatz hat ein Nachspiel: Kosten in Höhe von 15.000 Euro gab das Bezirksamt allein für das Abschleppen nicht fahrbarer Wagen an. Laut Polizeisprecher Fallak wird es noch dauern, bis die Kosten für den Großeinsatzder Polizei fest stehen. Und der Pressesprecher des Amtes setzt noch einen drauf: „Wir werden vom Platz mindestens 80 cm Erde abtragen müssen und dann den Boden sanieren". Ob das nicht maßlos übertrieben ist wird sich da so mancher Anwohner und Leser fragen. Und ob der Schwarz-Schill-Senat mit „Mietergärten für die Bürger" auf Dauer sein inkompetentes Überleben sichern kann ist auch fraglich. Jedenfalls sind einige Straßen des Karoviertels umbenannt worden. Eine trägt jetzt den Namen „Schreiberpack" mit dem Untertitel: inkompetenter Politiker.
Lahand - 04.11.2002 16:30
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Bambule - aus der Stadt gejagt
Der Bauwagenplatz Bambule wurde mittlererweile aus der Stadt gejagt und ist unter Polizeibegleitung im Convoi unterwegs Richtung Toestedt.
Anstatt wie in Verhandlungen zugesagt in Hammmerbrook eine Nacht bleiben zu dürfen, wurden dort lediglich die Fahrzeuge überprüft. Alle angeblich fahruntüchtigen Wägen werden mit Abschleppwägen in eine ehemalige Hundehalle verbracht. Alle fahrtüchtigen Wägen werden dazu gezwungen die Stadt Richtung Toestedt zu verlassen.
hassbrigade - 04.11.2002
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