„Hurrah wia ferblöden!“

Anlässlich der im Sommer 2004 in Kraft tretenden Bildungs“reformen“ der niedersächsischen CDU/FDP-Regierung ruft das SchülerInnen-aktionsbündnis „Mucken statt Ducken“ für den letzten Schultag, dem 30.1., zu einer SchülerInnendemo nach der Zeugnisvergabe auf.
Wer Bock hat bei der Organisation mitzuarbeiten, kann donnerstags um 18 Uhr ins Alhambra kommen.
Am Vorabend wird es noch ein Soli-Punk-Konzi im Alhambra geben.

Oldenburger SchülerInnenbündnis feiert 1. Geburtstag

Das Gründungsdatum weiß wohl niemand mehr genau, doch irgendwann dieser Tage wird der im November des vergangenen Jahres im Schatten des drohenden Irakkriegs gegründete und seitdem unter verschiedenen Namen und Besetzungen („SchülerInnen gegen jeden Krieg“, „Unabhängiges SchülerInnenbündnis“ und zuletzt „SchülerInnenaktionsbündnis Swimmy“) politisch kritisch agierende Zusammenschluss von Oldenburger SchülerInnen verschiedener Schulen seinen ersten Geburtstag feiern. (...)
Als nächste anstehende Aktion ist am letzten Halbjahresschultag (Zeugnisausgabe) eine erneute SchülerInnendemo geplant, die sich primär gegen die im Sommer 2004 in Kraft tretenden, neben der Abschaffung der OS, der Einführung von Zentralabi und „Profiloberstufe“ auch Kontroll- und Druckinstru-mente wie landesweite einheitliche, zentralisiert ausgewertete Kontrollarbeiten in der zehnten und – jetzt neu im öffentlichen Diskurs – auch nach der vierten Klasse implizierenden Bildungsreformen der niedersäch-sischen (Bildungspolitik ist Ländersache) CDU/FDP-Landesregierung richtet. Neben aktuellen Geschehnissen wie beispielsweise die oben umrissene Bildungsreform sollen im Bündnis auch weitergehende Themen wie die generelle Funktion der Bildung in der kapitalistischen Ökonomie, bereits etablierte Druckinstrumente wie beispielsweise Kopfnoten, sowie etwaige Alternativen zum gegenwärtigen sozial selektierenden Bildungssystem debattiert und – z.B. im Rahmen der anstehenden Demonstration – artikuliert werden.
Kritikpunkte gibt es genug, so attestiert auch die vielzitierte PISA-Studie dem deutschen Bildungssystem eklatante Schwächen bei der Kausalität zwischen sozialer Stellung der Eltern und den Bildungschancen des Kindes, d.h. fast nirgendwo ist die Quote von Gymnisiast-Innen/StudentInnen aus sozial schwächeren Familien derart niedrig wie in Deutschland, bzw. die Zahl von Kindern aus sozial schwächeren oder MigrantInnenfamilien an Hauptschulen so hoch. Diese bedenkliche Tendenz dürfte durch die Neuerungen der Landesregierung (z.B. Abschaffung der Lehrmittelfreiheit, Einführung von Studiengebühren) noch forciert werden. Hinzu kommt eine inflationäre Ökonomisierung und Privatisierung von (Hoch)schulen z.B. durch transnationale, wirtschaftsliberale Protokolle wie dem GATS (General Agreement on Trade in Services / allgemeines Abkommen über Handel mit Dienstleistungen), das die reelle Gefahr einer Zweiklassenbildung (öffentliche vs. Private Bildungseinrichtungen) in sich birgt. Eine derartige Diskrepanz zwischen relativ schlecht ausgestatteten öffentlichen und überfinanzierten privaten Schulen ist heute z.B. schon in Großbritannien zu beobachten.
Wer Interesse hat allgemein im SchülerInnen-bündnis oder explizit an den Vorbereitungen zur Demonstration mitzuwirken, sich mit allgemeinen, die Bildungs- oder andere politische Ereignisse betreffenden Problemen an uns wenden oder diese in lockerer Atmosphäre (bei Kickern und Essen) diskutieren möchte, kann zu den wöchentlich donnerstags um 18 Uhr im Alhambra stattfindenden Bündnistreffen kommen.


Mehr Informationen zur Arbeit des Bündnisses und zur Demonstration findet ihr im Internet unter:
www.usb-ol.tk
www.mucken-statt-ducken.tk